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	<title>StressToy &#187; Westerwelle</title>
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		<title>Schamlos</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Jun 2010 18:49:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Deutschland muss sparen. Deutschland wird sparen. Genau genommen werden die Armen unter den Deutschen sparen, wenn man sich anschaut, was Merkel und Westerwelle soeben verkündet haben. In aller Schäbigkeit und ohne auch nur rot zu werden, erlaubt sich die deutsche Regierung den Rotstift bei den Hartz-IV-Empfängern anzusetzen und zwar denen, die es gerade geworden sind. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-2832" title="Sparen, sparen, sparen" src="http://www.stresstoy.de/wp-content/uploads/piggybank.jpg" alt="" width="620" height="199" />Deutschland muss sparen. Deutschland wird sparen. Genau genommen werden die Armen unter den Deutschen sparen, wenn man sich anschaut, was Merkel und Westerwelle soeben verkündet haben. In aller Schäbigkeit und ohne auch nur rot zu werden, erlaubt sich die deutsche Regierung den Rotstift bei den Hartz-IV-Empfängern anzusetzen und zwar denen, die es gerade geworden sind. Das Übergangsgeld zwischen ALG 1 und 2 wird gestrichen. Das trifft besonders diejenigen, die schon älter sind und alles was sie für&#8217;s Alter zur Seite gelegt haben in unverschuldeter Arbeitslosigkeit nun verprassen müssen. Klasse Idee &#8211; damit verschieben wir den Zuschuss in die Zukunft, wenn aus dem frisch gebackenen Hartz-IV-Empfänger ein Rentner geworden ist. Hurra. Dass man mit dieser Streichung diejenigen trifft (offenbar auch treffen will), die gegen Ende ihrer Lebensleistung unverschuldet arbeitslos werden, was ja nun jedem passieren kann, ist besonders schamlos. Älteren Menschen wird mit dieser unglaublichen Entscheidung vor allem die Möglichkeit genommen, ein Vermögen für das Rentenalter noch einmal anzusparen.</p>
<p>Damit wir aber nicht nur den Alten etwas weg nehmen, sondern auch die jüngeren Arbeitslosen etwas von der schwarz-gelben Streichliste haben, streichen wir doch gleich mal das Elterngeld für Hartz-IV-Empfänger, weil Kinder für Hartz-IV-Empfänger offensichtlich günstiger sind als für Eltern, die arbeiten. Wahrscheinlich verbrauchen sie weniger Turnschuhe, wachsen langsamer aus ihren Klamotten heraus, brauchen weniger zu essen, damit sie sich schonmal an Hunger gewöhnen und sich darin einleben können, wie sozial kühl es in Deutschland künftig offenbar zugehen soll, wenn diese gestaltungs- und handlungsunfähige Regierung weiterhin an der Macht bleiben darf. Besonders schick muss man es finden, dass den Empfängern staatlicher Transferleistungen der neu eingeführte Energiezuschuss auch mal direkt wieder gestrichen wird. Was soll schon sein, Energie ist zwar immer noch sehr hochpreisig, aber wer bitte hat denn behauptet, dass Almosenempfänger es warm haben sollen. Die sollen sich gefälligst warm arbeiten, und das geht ohnehin am besten nicht zu Hause vorm Fernseher, um mal die gängigen Stammtisch-Vorurteile zu bedienen.</p>
<p>Ach, und wo wir gerade dabei sind. Wofür brauchen Hartz-IV-Empfänger überhaupt eine Rentenversicherung? Wenn wir sie schließlich von der Armut in die tiefe Armut schicken, ihnen den Energiehahn zudrehen und allerlei Leistungen streichen, die sie und ihre Blagen unter &#8220;richtigen&#8221; Stress setzen, können wir doch wohl schließlich erwarten, dass der gemeine Hartz-IV-Empfänger auch rechtzeitig ablebt, und am Ende seiner unheilvollen Karriere nicht auch noch die Rentenkasse belastet. Also weg mit der Rentenversicherung für Almosenempfänger.</p>
<p>Klar ist, es muss gespart werden. Als Obermutti kann auch Merkel nur das ausgeben, was sich in der Haushaltskasse finden lässt. Klar ist aber auch, dass es unmenschlich und geradezu ekelhaft ist, den Rotstift bei denen anzusetzen, die ohnehin am Ende der sozialen Leiter angekommen sind. Gerecht ist das nicht.</p>
<p>Gerecht wäre eine Lösung, die alle gleichmäßig belastet. Die Anhebung der Mehrwertsteuer von 7 Prozent auf 19 hätte ohne großen Aufwand reichlich Kohle in die Bundeskasse gespült. Die Hotelierssteuererleichterung der völlig verblendeten FDP zu kassieren hätte die eine oder andere Million beigesteuert. Eine ordentliche und längst erforderliche Umgestaltung des Einkommenssteuersystems in Deutschland hätte Merkel &amp; Co. vermutlich den Rest gegeben. Würde jeder, der in Deutschland einer Beschäftigung nachgeht gleichmäßig mit dem gleichen Steuersatz von 25 oder 30 Prozent besteuert werden. Würden sämtliche Möglichkeiten zu Steuerersparnis radikal abgeschafft werden, würden wir uns mit unserem Steuersystem schlichterdings den sonst gerne vorgezeigten skandinavischen Ländern anpassen, wäre ein beispielloses Streichkonzert bei denen, die ohnehin schon arm sind, nicht mehr erforderlich.</p>
<p>Am Rande zu erwähnen ist übrigens noch, dass wer eine neue Brennelementesteuer für Atomreaktoren einführt und gleichzeitig entgegen den Vorgaben des beispielhaften Atomkonsens die Laufzeit für Altreaktoren verlängert, wird mit den Nachteilen leben müssen. Der Strompreis dürfte steigen. Das jedoch wissen wir ohnehin, das Energie ständig unverhältnismäßig teurer wird. Darüber hinaus erhöht die Brennelementesteuer den Kostendruck auf die Reaktorbetreiber. Erhöhung von Kostendruck führt immer und zwangsläufig zu Einbußen bei der Sicherheit (siehe BP). Dass wir uns nachlassende Sicherheit bei den uralten Atomschätzchen mal so gar nicht leisten können, hätte der Naturwissenschaftlerin Merkel eigentlich klar sein sollen. Wahrscheinlich aber war es so, dass Herr Westerwelle in einem stundenlangen Plappermarathon so heftig an den Nerven Merkels gezerrt hat, dass sie letztlich einfach ja gesagt hat. Hauptsache dieses inhaltsbefreite Geschwafel des Koalitionspartners hat ein Ende. Und das wiederum kann man sogar auch irgendwie verstehen&#8230;</p>
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		<title>Wie macht man sich eigentlich&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Jan 2010 01:02:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Aussteiger]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8230;Probleme, wenn man keine hat, aber doch ganz gerne welche hätte? In häuslicher Umgebung und persönlichem Umfeld ist das ganz einfach. Man nehme sich einen Linkshänder, jedenfalls so man selbst Rechtshänder ist, mit nach Hause und hat fortan die schönsten Probleme, die man sich niemals hätte vorstellen können. Dazu hatte ich mich ja bereits umfänglich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-2240" title="Alles links" src="http://www.stresstoy.de/wp-content/uploads/links-e1272675507505.jpg" alt="" width="540" height="232" /></p>
<p>&#8230;Probleme, wenn man keine hat, aber doch ganz gerne welche hätte? In häuslicher Umgebung und persönlichem Umfeld ist das ganz einfach. Man nehme sich einen Linkshänder, jedenfalls so man selbst Rechtshänder ist, mit nach Hause und hat fortan die schönsten Probleme, die man sich niemals hätte vorstellen können. Dazu hatte ich mich ja bereits umfänglich in Facebook geäußert.</p>
<p>Wenn man hingegen Bundesregierung oder noch besser Außenminister ist, dann stellt man sich mit möglichst wenig Vorabüberlegungen vor eine Kamera und brabbelt beispielsweise so schöne Sätze wie &#8220;Wir fordern ein Aussteiger-Programm für einfache Taliban&#8221; hinein in das Guckloch und verdrängt &#8211; vielleicht mit Untermalung von Rauschdrogen &#8211; unverzüglich, was das denn eigentlich bedeuten würde und warum halbherzig angedachte Aussteigerprogramme selbst hierzulande großartig floppen. Das Argument, der einfache Taliban würde sich jawohl überhaupt nicht aus Überzeugung, aber aus wirtschaftlicher Not zur Kampftruppe verdingen, mag noch stichhaltig sein. Jedoch ist genau dieser Punkt auch der Knackpunkt der lächerlich simplen Überlegungen zum bundesdeutschen Aussteigerprogramm. Denn werfe man die Erfolgsmomente des Afghanistanfeldzuges in die große Lostrommel, so muss man doch wohl konstatieren, dass der erfolgreiche Aufbau der Administration, der zivilen Polizei, der Behörden, des Militärs, der Demokratie als solches nicht dazu zählen. Aus Sicht der Drogenmafia gehört zu den lokalen Glücksmomenten zweifelsfrei der Aufbau Afghanistans zur größten zusammenhängenden Drogenanbaufläche der Welt, zum weltgrößten Handelsplatz für illegale Rauschdrogen und aus Sicht der Taliban die immer noch sehr erfolgreiche Rekrutierungsabteilung der afghanischen Organisation.</p>
<p>Betrachtet man nun das eine Päckchen (gefloppter Aufbau von Republik und Demokratie) und das andere (Terror und Drogen) mal zehn Minuten in Ruhe, schaltet vielleicht das Gebrabbel der Vorsager, Redenschreiber und Lobbyisten für einen Moment aus und versucht einfach mal wieder das eigene Hirn zur Mitarbeit zu gängeln, so dürfte doch wohl selbst unserem Außenminister binnen Sekundenfrist auffallen, dass da jetzt was nicht passt.</p>
<p>Der einfache Talibanbauer ballert mit dem Schnellfeuergewehr durch die afghanische Pampa aus wirtschaftlichen Gründen. Als Besatzer kann es einem nicht recht sein, dass er dieses Verhalten an den Tag legt, also bieten wir dem Ballerbegeisterten naheliegend eine bessere Bezahlung mit garantiertem Urlaub und Krankenversicherung an der Heimatfront, also böten wir&#8230; Könjunktiv&#8230; so wir es denn hätten. Oder wir bieten ihm einen sogar ballerfreien, doch deutlich besser bezahlten Job in der heimatlichen prosperierenden Wirtschaft an&#8230; äh, ach nee, <em>diese</em> Wachstumsbranche gefiel uns ja auch nicht wirklich, bliebe auch hier nur der Könjunktiv. Bliebe letzten Ende vielleicht noch Hartz IV als Alternativangebot, wobei dann mit auf dem Teppich zu sitzen und Tee zu schlürfen auch Schluss wäre, denn gerecht muss es ja bleiben und deshalb müsste der Einfachtaliban mit Leistungskürzungen rechnen, wenn er nicht ununterbrochen bei der Behörde aufschlüge (die weder existiert noch funktioniert), sich den launischen Gängelangeboten unterwürfigst unterwerfen würde und sich statt Teeteppich mit feinsten Fortbildungsangeboten und Ein-Euro-Jobs beschäftigte.</p>
<p>Bei Lichte betrachtet, ist das Aussteigerprogramm für&#8217;s Fußvolk der Taliban also ein vollkommen sinnbefreites Unterfangen, denn die Bedingungen, die es erfolgreich machen könnten, sind in der langen Besatzungszeit nicht im Ansatz umgesetzt, mal ganz abgesehen davon, dass es sicher einfacher ist sich aus einer im Westen bekannten Sekte zu lösen als sich vom islamistischen Terror los zu sagen. Politisch korrekt ist es sicher nicht, doch ein zu viel an Licht ist in dieser Sache sicher eher schädlich. Machen wir es also wieder aus das Licht und die Augen zu. Ich glaube, so oder ähnlich sind wir ja schon hineingetappst in das gewagte Unterfangen am Hindukusch&#8230; vielleicht, ganz zufällig und beiläufig finden wir auf selbem Wege wieder hinaus.</p>
<p>&#8230;und unserem Außenminister schenken wir vielleicht mal das Handbuch &#8220;Selber denken macht schlau&#8221;. Das hilft künftig womöglich die eine oder andere Peinlichkeit auszulassen.</p>
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