StressToy

DHL Packstation 112 offline

Meine Freunde von DHL werden mich eines Tages in den Wahnsinn treiben. Daran gibt es gar keinen Zweifel. Zum heutigen Start des Wochenendes haben sich die Packstationen mal eben ein besonderes Schmankerl einfallen lassen.

Um 15:20 erhielt ich die Nachricht als SMS und E-Mail von meiner Packstation 112, dass zwei Pakete eingegangen seien und darauf warten würden abgeholt zu werden. Ich hab dann noch ein bisschen rumgetrödelt und hab mich eben um halb fünf aufs Rad geschwungen, um voller ekstatischer Vorfreude meine Pakete einzusammeln.

Ich schob also meine goldene DHL-Packstationskarte in den dafür vorgesehenen Schlitz, Passworteingabe und dann… jo, und dann dauerte es erstmal. Ein kleines gelbes Pixelauto fuhr auf dem Bildschirm auf einem roten Streifen spazieren. Hin und her. Nach ein paar Minuten sagte mir die freundliche Maschine, dass ein Login nicht möglich sei. OK, kann schonmal passieren, dass irgendein Vorgang zu lange dauert und dass das eifrige Gerät deshalb die Session abbricht. Also alles auf Anfang: Karte rein, PIN, Pixelauto… Error: Ein Login ist zur Zeit an dieser Packstation nicht möglich. Ich hab es ungefähr fünf mal probiert, bis mir rechtschaffen der Geduldsfaden riss und mir außerdem auffiel, dass ich kein Handy mit hatte, um die Service-Nummer anzurufen, DENN: ich wollte ja nur mal eben schnell zur Packstation.

OK, ich radelte zurück, klemmte mich ans Internet und rief packstation.de auf und suchte… nämlich die Service-Nummer der Packstation. Schade, eine Service-Nummer für Packstationen ist nicht angegeben, also rief ich die allgemeine DHL-Nummer an.

Man ließ sich dort den Vorgang erklären, fragte eine Paketnummer ab und stellte fest, die Sendung sei in der Packstation 112 zugestellt worden, und zwar um 15:20 Uhr. Nur diese Informationen hatte ich schon. Meine Frage, wie ich denn nun wohl an meine Pakete käme, konnte die Dame leider nicht beantworten, denn bei den Paketen würde es sich doch wohl um eine Express-Sendung handeln, wobei sie mir die DHL-Express-Nummer gab.  Natürlich auch eine 01805-Nummer.  Ich rief also bei DHL Express an, erklärte dem dort männlichen Teilnehmer, was mein Problem sei, der daraufhin entgegnete, dass er mein Problem nicht lösen könne, aber mir eine Service-Nummer für die Packstationen geben könnte, dieses mal in der Geschmacksrichtung 01803.

OK, auf ein Neues: Ich rief die nunmehr dritte Service-Nummer an, erklärte mein Problem, woraufhin wieder eine Frau mir erklärte, dass seit 14:22 Uhr die Packstationen eine bundesweite Störung hätten und man nicht wisse, wann das Problem gelöst würde. Mein Einwand, es würde sich bei meinen Sendungen doch schließlich um Express-Sendungen handeln, beeindruckte sie gar nicht. Gleichfalls unbeeindruckt war frau von der Tatsache, dass um 15:20 Uhr der Zusteller das Paket einbuchen konnte in die Station, obwohl seit 14:22 Uhr die Stationen doch ausgefallen seien. Auch den Widerspruch darin konnte man… also frau nicht nachvollziehen.

Ich hab dann noch nachgefragt, wie lange es denn beim letzten Ausfall gedauert hätte, bis die Packstationen wieder online gegangen seien. Die wenig Hoffnung machende Antwort: Das wisse man nicht, man habe keine Erfahrungswerte, auf die man zurückgreifen kann, denn einen bundesweiten Ausfall dieser Dimension hätte es noch nie gegeben. Aber: Das Problem ist uns bekannt, wir arbeiten daran.

Rette deine Freiheit

Am besten fängst du mal direkt damit an. Genau genommen direkt am 27. September. Und am besten machst du dein Kreuz dann mal dort nicht, wo diejenigen sich zur Wahl stellen, die deine Freiheit noch mehr beschränken wollen. Wenn du unsicher bist, wer das ist, befrage abgeordnetenwatch.de und informiere dich auf rettedeinefreiheit.de. Und wenn dir dann unangenehm aufgefallen ist, wem du eigentlich deine Stimme geben wolltest, dann schau doch mal ob die Piratenpartei nicht möglicherweise eine Alternative für dich sein könnte.

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Sex sells – Die neue Lust von Ramm(el)stein

Die letzten Schamgrenzen bei Musikvideos sind vor einer halben Stunde gefallen. Die Band Rammstein veröffentlichte ihr Musik-Porno-Video zu dem kruden Song “Pussy”.

Rammstein - Pussy Rammstein - Pussy Rammstein - Pussy

Noch nie wurden so eindeutige Sexszenen in bester Pornomanier in einem Musikvideo gezeigt. Selbst als sexuell freizügiger Mensch muss man sich schon fragen, ob es sich dabei wirklich noch um Kunst handelt oder ist es vielmehr ein musikunterlegter Kurz-Porno?

Rammstein - Pussy Rammstein - Pussy Rammstein - Pussy

Die BPjM wird das Video sicher in den nächsten Tagen indizieren, aber nichts verbreitet sich so gut unter pubertierenden Jugendlichen wie handygerechte Filmchen. Und mir kann keiner erzählen, dass es nicht zum Kalkül gehört. Genauso wie die Distanzierung der Universal Music Group, die diese “spezielle” Kunst produziert haben, um sich just am Tage der Veröffentlichung, die sie jawohl nun selbst vorgenommen haben, von ihrem Produkt zu distanzieren. Großes Kino würde ich sagen.

Wenn die Freiheit bedroht wird

… dann ist es Zeit zu handeln. Das ist wesentlicher Inhalt des neuen Wahlwerbespots der Piratenpartei. Dass es sich dabei keineswegs um überzogene Schwarzmalerei handelt, lässt sich gut an den Vorgängen in Frankreich ablesen. Dazu gibt es aktuell eine sehr lesenswerte Zusammenfassung bei Telepolis unter der Überschrift “Das Ende der unmoralischen Zone Internet“. Wie lange es dauert, bis derlei Bestrebung auch in Deutschland wieder hochschwappen, kann man aus einer möglichen Koalition aus schwarz-gelb an einem Finger abzählen.

Also bitte: 27. September… wählen gehen!!!

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Kuscheln bei Kanzlers

Was war das eigentlich für eine elende Schnarchveranstaltung dieses Kanzlerduell? Merkel und Steinmeier in trauter Kuschelrunde. Flache Antworten, fröhliches Geplapper, nicht auf den Punkt kommen, sich gegenseitig aufmunternd zunicken. Die einzige Botschaft, die ankam: Egal, wie gewählt wird, man wird weiter kuscheln in schwarz-rot. Die paar Prozentpunkte, die man in rot und schwarz abfallen wird in zwei Wochen, werden wohl dennoch reichen, bequem in den blauen Sesselchen sitzen bleiben zu dürfen.

Thematisch war’s eine klebrige Sauce versammelter Inkompetenz. Beim Thema Mindestlohn wusste weder die anwesende Journalie noch das Kandidaten-Duo, dass Friseure trotz Tarifabschluss zum Hungerlohn arbeiten und öffentliche Zusatzleistungen benötigen, um wenigstens auf Armutsniveau zu kommen, aber Mindestlohn ist mit Frau M. nicht drin. Macht ja auch nichts, dass es bereits in 20 anderen EU-Staaten Mindestlöhne gibt. Wenn Deutschland das neue Rumänien werden will, dann ist die farb- und zahnlose Merkelin genau auf dem richten Weg. Für die Doofen, die für 3,86 Euro trotzdem arbeiten, ist’s halt “bitter”.

Hübsch auch die Rechnung wieviel Wachstum Deutschland erzielen müsste, in Worten: neun Prozent!!!, damit die Steuergeschenkeversprechen von schwarz-gelb finanzierbar wären. Andererseits wenn wir bald das letzte Land ohne Mindestlohn sind und ein Drittel der unteren Arbeitssklaven unter fünf Euro stündlich aus ihrem Lehnsherren pressen, dann sind wir ja sicher auch bald konkurrenzfähig zu Malaysia und China, was die Produktionskosten betrifft, dann könnte es ja möglicherweise doch noch was werden.

Da braucht man dann aber natürlich auch billige Energie und die bezieht man am billigsten aus Brückentechnologie. Hört sich auch viel besser an, als wenn man wie die Merkelin von umweltfreundlicher Atomkraft spricht, obschon sie die abgeschriebenen alten und klapprigen Atommeiler in vattenfallischen Händen meint.

Das waren dann aber auch schon alle Kontrovers-chen. Ansonsten kuscheln, kuscheln, kuscheln… und abwarten und aussitzen. Hat Kohl schließlich früher auch so gemacht. Mit ein bisschen Glück vergisst das dumme Volk am Ende, warum man diese Merkelin nicht wählen sollte. Diesen Steinmeier übrigens auch nicht.

Demokratieverständnis

Das war sie mal, die große alte SPD, eine große Volkspartei, die weite Teile der Bevölkerung hinter sich hatte. Allerdings zu einer Zeit, als große Teile der Bevölkerung aus Arbeitern bestand und der Gegner des Arbeiters klar umrissen der sich mit Ausbeutung betätigende Unternehmer war. Den klassischen Arbeiter gibt es quasi nicht mehr. Die Arbeiterschaft hat sich geteilt in gesuchte und gut ausgebildete Facharbeiter sowie auf der anderen unteren Skala der Dienstleistungsarbeitssklave, der pendelt zwischen Hartz-IV, Lohnergänzungsleistungen, Arbeitslosigkeit und der nahen Verwandtschaft zum chinesischen Wanderarbeiter.

Der Unternehmer in persona als Feindbild taugt ebenfalls nicht mehr, denn der Unternehmer ist nicht mehr wie zur Blütezeit der überalterten SPD der Kerl mit der größten Hütte am Ort und Hausangestellten in schwarz-weiß, sondern der Unternehmer ist heutzutage gerne Investor, Heuschrecke, AG, Anleger… die Namensgebung findet sich nach eigenem Standort auf der Lohnabhängigkeitsskala und ist in jedem Falle nicht mehr persönlich auszumachen. An die Stelle des Unternehmers ist der Manager getreten. Jedoch auch ungeeignet als perfekter Gegner, da gegen Zahlung von gigantischen Ablösesummen so ein Manager ja auch gerne weg gelobt wird.

Der politische Gegner hat sich verwaschen und ihm Rahmen dieser politischen Bleiche auch die Anhängerschaft der SPD. Unscharf ist die Wahrnehmung der Abgrenzung zur letzten verbliebenen Volkspartei CDU, bei der die Wählergunst auch nur noch die eine Richtung nach unten kennt, und unscharf somit die Unterscheidung der beiden. Jedoch, wer sowieso mit Blick aufs eigene Konto lieber die Ausbeutung und Ausblutung des Sozialstaats wählt, der wählt nicht SPD, sondern nimmt gleich das turbokapitalistische Original. Der von der Sozialdemokratie enttäuschte Wähler bleibt hingegen am Wahltag einfach mal gerne zuhause oder wählt ganz links.

Wie und warum nun das Wahlergebnis in Thüringen zu dem geführt hat, zu dem es führte, muss ich vielleicht nicht bis ins letzte Atom erforschen, aber man kann es sich verständlich erklären. Fakt dabei ist interessanterweise, dass genau genommen die dunkelrote Linke vom Souverän mit der Regierungsbildung beauftragt wurde, aber der unterlegene hellrote mögliche Koalitionspartner findet, ein dunkelroter Ministerpräsident sei nicht tragbar, weswegen nur der eigene Kandidat an die Macht kommen könnte. Hää?! …

Moment mal, rekapitulieren wir das nochmal ganz langsam und für alle zum Mitschreiben. Der Souverän, in diesem Falle das Volk fand die dunkelroten Genossen so klasse, dass er ihnen mehr Stimmen gab als dem hellroten Gegenkandidaten. Warum in aller Welt sollte man sich als dunkelroter Gewinner auf das Ansinnen der kleineren SPD einlassen? Das Schröder-Syndrom scheint hochinfektiös zu sein. Schröder, der sich als unterlegener Kandidat auch mal zackig per TV-Proklamation zum Wahlsieger deklarierte, wie wir alle wissen, durfte dann doch nicht regieren. Die sterbende Thüringer SPD versucht nun ähnliches. Was ist eigentlich das nächste, was wir von der SPD erwarten dürfen? Vielleicht ein Putschversuch?

In diesem Zusammenhang stößt im übrigen auch bitter auf, was Daueropponent Westerwelle ununterbrochen in die Kameras jauchzt: “Kommunisten dürfen in Deutschland keine Regierungsverantwortung bekommen… bla, bla, bla.” Warum eigentlich nicht? Wie war das nochmal mit dem Souverän und dem mündigen Bürger, Herr Westerwelle? Trauen wir dem Volk nicht mehr zu, aus dem Prozess der Willensbildung zur eigenen Meinung und verantwortlichen Wahlentscheidung zu finden? Blöd oder? Wie wäre es denn mal damit, das Volk abzuwählen. Würde den Prozess der Regierungsbildung jedenfalls enorm beschleunigen. Und hier wäre endlich Ruhe. Wunderbar.