Ist es ein Junge?

Datum: 18.04.2010, veröffentlicht in Sammelsurium, von Michael

Diese Frage ist ungewöhnlich, wenn sie sich ein fast 42-jähriger Mann stellt… über sich selbst, denn nach dieser langen Zeit sollte diese Frage wohl hinreichend geklärt sein. Jeder in meinem Leben, angefangen von Hebamme bis Kinderarzt, von Eltern bis Lehrern über Freunden zu Unbekannten hat sich diese Frage auch immer deutlich und fälschlich mit “Ja” beantwortet, denn richtiger wäre “vielleicht sowas ähnliches” gewesen. Wenn wir mal ganz oberflächlich in die Genetik des Menschen blicken, dann wird der entweder in der Geschmacksrichtung Mann oder Frau geboren, männlich oder weiblich.

Für gewöhnlich plumpst das Kind mit 46 Chromosomen auf die Welt, wovon zwei Geschlechtschromosomen sind. Ein X-Chromosom hat jeder und als zweites kommt entweder ein X oder ein Y dazu. XX macht dabei weiblich. XY männlich. Genetisch ausgeschrieben ist eine Frau demnach 46,XX ein Kerl 46,XY. Zusammen gerührt wird das Menschlein bei der Befruchtung, den halben Chromosomensatz steuert die Mutter bei, die andere Hälfte der Vater. Nur in den selten Fällen unbefleckter Empfängnis kommt die zweite Hälfte von Gott, aber wie gesagt, sowas passiert nur alle 2.000 Jahre mal. Soweit die Theorie. In der Praxis passiert manchmal mutterseitig ein blöder Kopierfehler, wonach das mütterliche XX nicht ordentlich geteilt wird, sondern komplett in den großen Rührtopf gegeben wird. Heraus kommt dann ein Exemplar namens 47,XXY. Die Frage “Ist es ein Junge” ist dabei berechtigt und falsch zugleich, denn erinnern wir uns, die Anwesenheit von Y macht männlich, egal was da sonst noch steht.

Im vergangenen Jahr hat mal jemand in mich geblickt und verwundert festgestellt, oops… 47,XXY. Das erklärte dann diverse Ungewöhnlichkeiten, die ich hier gar nicht so detailreich aufführen möchte, es erklärte aber vor allem, dass die bei mir einsetzenden Wechseljahre völlig falsch sind. Nun werde ich seit einiger Zeit mit Testosteron substituiert und siehe da,  Wechseljahre, weg gepustet… einfach so, nicht mehr da, wunderbar. Und… das hab ich heute entdeckt… da sind mir doch tatsächlich Muckis gewachsen, an einer Stelle, wo ja sonst nie welche waren, jedenfalls für das menschliche Auge vollkommen unsichtbar und Haare, wo sonst nur ein Brusttoupet geholfen hätte. Na, ist das ‘n Ding? Ich bin ja mal gespannt, was da sonst noch so kommt. Vielleicht drücken sich ja bei Gelegenheit mal die kleinen Teufelshörnchen aus meiner Stirn, die der eine oder andere böse getroffene ja schon immer bei mir vermutete. ;-)

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