Finnland: Uskalla – Trau dich
Der Sport hat ein Problem, wenn es um Schwule und Lesben in ihren eigenen Reihen geht. Sportlicher Teamgeist schließt Toleranz für Andersfühlende nicht automatisch mit ein. Dass dies ein Problem auch in Deutschland ist, hat ein Imagefilm des DFB vor einiger Zeit gezeigt. Schwule Politiker sind ok, schwule Profi-Fußballer nachwievor unvorstellbar.
Ähnlich verhält es sich im finnischen Sport, weshalb der finnische Schwulen- und Lesbenverband SETA und der finnische Sportverband SLU eine Toleranzkamapgne unter dem Titel “Uskalla“, zu deutsch “Trau dich” aufgelegt haben. Auf Initiative von vier Jugendlichen und junger Erwachsener wurden die beiden Motive entwickelt, damit sie in Sportstätten und Turnhallen ausgehängt werden.
Dass Toleranz auch bei den kommunalen Entscheidungsträgern etwas dauern kann, zeigen die Beispiele aus Helsinki und Espoo. Die kommunalen Sportämter beider Städte lehnten die Teilnahme an der Kampagne zunächst ab, weil “solche Plakate in öffentlichen Sporteinrichtungen unpassend wären”. Erst nach einem geteilten medialen Echo auf die Absagen und Diskussionen in Blogs ließen sich die Bürgermeister der beiden Städte darauf ein, sich als Nachzügler doch an der Toleranzkampagne zu beteiligen. Möglicherweise hat auch die Äußerung des finnischen Sport- und Kulturministers Stefan Wallin in seinem Blog, er würde es begrüßen, wenn alle staatlichen und kommunalen Organisationen Finnlands sich an der Kampagne beteiligen würden zu dem plötzlichen Sinneswandel geführt. Sinneswandel war ja genau das, was beabsichtigt war.




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