Moskau: Gewalt gegen schwule Aktivisten

Datum: 17.05.2009, veröffentlicht in Meinung, von Michael

Moskau gehört geografisch zu Europa. Doch es hat nichts europäisches. Selbst als Ausrichter des Eurovision Song Contest, mit dem sich Russland mühte, sich als modernes Land in Europa zu positionieren, konnte Moskau es nicht aushalten, dass ein paar hundert schwule Aktivisten für gleiche Rechte demonstrierten.

Zum Zeitpunkt der Übertragung des ESC wurden von den ursprünglich 20 inhaftierten Aktivisten noch immer sechs in Polizeigewahrsam fest gehalten. Die mehrfach von Moskau verbotene Demonstration wurde mit Polizeigewalt beendet.

Nun ist die EBU – European Broadcasting Union als Ausrichter des ESC keine politische Organisation. Man muss sich nicht an die Standards, die beispielsweise in Sachen Menschenrechten  und gleichen Rechten für Lesben und Schwule innerhalb der EU gelten, halten. Man muss es nicht, aber man könnte es. Denn was bringt es in diesem großen Europa, wenn man bei der weltweit größten Musikveranstaltung, Nationen akzeptiert, die zutiefst menschenverachtend handeln? Russland hätte sich einen Boykott der Veranstaltung zurecht verdient. Und es hätte etwas gemacht, mit diesem greisen ESC, der in den Siechen- und Hungerjahren dieser Veranstaltung insbesondere durch die Begeisterung und den Kultstatus innerhalb der Gay Community überhaupt überlebt hat.

Dass davon lediglich in Randnotizen der Berichterstattung die Rede ist, ist beschämend für ein Europa, das sich offen und liberal empfindet und zu dem Moskau sich so unglaublich gerne hinzu gesellen würden. Es ist beschämend und solche Akteure gehören in diesem ESC-Zirkus suspendiert. Und wenn sie in 20 bis 50 Jahren das dann doch einmal gefressen haben, dass eben doch alle Menschen gleich sind, auch die, deren Liebe sich aufs gleiche Geschlecht richtet, dann kann man gerne noch einmal über eine Wiederzulassung nachdenken.

Ein Kommentar zu “Moskau: Gewalt gegen schwule Aktivisten”


Doc Sarah
5-17-2009

du sprichst mir aus der seele

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