Gegen die Diplomatie: Israels Krieg in Gaza

Datum: 04.01.2009, veröffentlicht in Meinung, von Michael

Gegen die Palästinenser

Die Propagandamaschine rollt. Unter israelconsulate twittert Israel seit Tagen alle nötige Propaganda um die Welt, um dieser klar zu  machen, wie unumgänglich wichtig die sanft umschriebene “Militäroffensive”, die genau genommen einen Krieg gegen die in Gaza lebende Zivilbevölkerung meint, zu rechtfertigen. Man fände es nicht hinnehmbar, so Mark Regev, Israelischer Regierungssprecher, dass Raketen aus dem Gazastreifen auf israelisches Gebiet geschossen würden. Stimmt, es ist nicht hinnehmbar. Ein Einmarsch in ein selbst geschaffenes palästinensisches Ghetto ist ebensowenig hinnehmbar. Rund 25 Prozent der Opfer werden beim Einsatz von Bodentruppen wieder zivile Opfer sein. Tote Kinder, weinende Mütter… 25 Prozent der Opfer tragen als “Schuld” auf ihren Schultern, zufällig auf der gebeutelten Seite des israelischen Zauns leben zu müssen.

Zur Stunde (3:30 MEZ) gibt es laut CNN bereits 460 tote Palästinenser und rund 2.000 Verletzte seit Beginn der Aktion am 27.12.2008. Israel greift ein Land ohne eigene Infrastruktur an, ohne Armee, ohne Flughafen. Die muslimische Welt, West-Europa, die USA plädierten für diplomatische Lösungen. Doch Israel bewegte sich nicht.

Will man den Erfolg von Einmärschen messen, gibt es zwei aktuelle prominente Beispiele: Afghanistan und Irak. Ein gewaltsamer Einmarsch mit einer hohen Zahl ziviler Opfer radikalisiert die Überlebenden und treibt sie geradezu in die Arme der Islamisten. Es gibt beim Kampf gegen den Terrorismus keinen “geordneten” Krieg. Zu ungleich sind die, die sich als Gegner gegenüberstehen. Wenn Israel sich heute vor der Weltöffentlichkeit darüber beschwert, dass es  nicht hinnehmbar sei, wenn die HamasW Raketen auf israelisches Gebiet abschießt, so muss man doch wohl eingestehen, dass die Radikalisierung hausgemacht ist. Israel hatte die Hamas bei Gründung 1988 als Sozialverband unterstützt und genährt. Man wollte den palästinensischen Radikalen eine NGO entgegen setzen. Doch bereits bei Gründung war klar, dass die Hamas den UN-Teilungsplan für PalästinaW von 1947 nicht akzeptieren kann und einer Zweistaatenlösung eine Absage erteilte, immer noch nachzulesen in der Hamas-Charta von 1988, in welcher die Hamas “die Fahne Allahs über jeden Zentimeter Palästinas aufziehen sieht” als erklärtes Ziel der Organisation.

Es gibt für diesen Krieg keinerlei Rechtfertigung. Beide Völker haben das Recht auf dem Gebiet des alten Palästina zu leben, aber es gibt keinerlei Rechtfertigung, dass das eine Volk das andere unterdrückt und sie mit Waffengewalt auf die eigene Linie zurecht bombt. Dieser Krieg gehört von der UN scharf verurteilt und es gehören internationale Friedenstruppen nach Gaza. Sicher, die Palästinenser haben viel Porzellan zerschlagen. Israel jedoch nicht weniger. Man denke nur an die aggressive Siedlungspolitik, die Mauer um Jerusalem, etc. Ganz sicher ist viel aus der Hilflosigkeit entstanden, dass sich ständig Selbstmordattentäter in die Luft sprengten. Meine Meinung: Eine radikalisierte Masse lässt sich dauerhaft von Zäunen, Checkpoints und Bomben nicht aufhalten. Ein dauerhafte Friede in Israel wird nur und ausschließlich über eine gerechte Gesellschaft gehen und davon ist Israel weit entfernt.

Foto: nimmersat, „Israel“

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Links:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,599240,00.html

2 Kommentare zu “Gegen die Diplomatie: Israels Krieg in Gaza”


Doc Sarah
1-4-2009

dieser krieg ist -wie jeder andere- imho ausdruck des dekadenlangen versagens von diplomatie – und politik.
angesichts der aktuellen esakalation frage ich mich, wofür man beide überhaupt noch braucht.
um menschen zu radikalisierten massen zu degradieren?
soviele kriege auf diesem planeten…


Maya Fielitz
1-5-2009

Die Aufteilung Palästinas basiert immer noch auf “ungleicher” Zustimmung beider Seiten und überlagerten Kompromissen. Sie sind nie geklärt worden. Es stehen sich zwei “Unabhängigkeitsbewegungen” gegenüber, die durch den aktuellen und sehr blutigen und un-ausgewogenen Krieg in Gaza wohl kaum in der Lage sein werden, je eine diplomatische Lösung zu finden.

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