Unser Land braucht dich: Geh einkaufen!
Einkaufen, Einkaufen, Einkaufen! Warst du heute schon einkaufen? Hast du schon die Binnennachfrage und die ganze Wirtschaft angekurbelt? Nein, die Weihnachtskohle wird nicht auf die Bank getragen, die haben neuerdings andere Einkunftsquellen. Die leben ja jetzt von Angela ihrem Taschengeld, das hast du auch schon bezahlt oder wirst du demnächst noch bezahlen, wenn du noch was zu bezahlen hast. Also einen Job. Und damit du einen Job hast: Einkaufen, Einkaufen, Einkaufen. Dein Land braucht dich, weil dein Land hängt am Tropf, weil dein Land als Export-König gar nicht mehr punkten kann, weil dieses bankrotte Island und das noch bankrottere Amerika gerade keinen Heller auf der Naht hat, um schöne deutsche Autos zu kaufen.
Also nimm deine Kohle und verteile sie gleichmäßig auf die heimische Wirtschaft. Die ist jetzt der Tropf für die Export-Pleite. Und damit du auch ja schön …. nicht vergessen: Einkaufen, Einkaufen, Einkaufen… deine Kohle unters Volk wirfst, findet dein Land, dass du einen schicken Einkaufsgutschein brauchst. Und wenn du da dann noch 250 Euro drauf legst, kannst du ganz toll für 750 Euro einkaufen. Und wenn du jetzt alle Einkaufsscheine deiner vierköpfigen Familie zusammen rechnest, dann hast du mit den 3000 Ocken ja schon eine ganz tolle Anzahlung für den koreanischen Kleinwagen. Nun musst du nur noch deine Bank davon überzeugen, dass du für deine Familienkutsche noch einen Zuschlag brauchst, den du dann zehn Jahre zurück zahlen kannst. Einkaufen, Einkaufen, Einkaufen!
Also ehrlich, gibt’s im Bundeshaushalt eigentlich auch einen Sonderfond für den Drogenrausch, der offenbar erforderlich ist, um solche Ideen aus Politikerhirnen zu quetschen? Nicht? Sollten wir einrichten. Das hat dann wenigsten Spaß-Faktor.
Los, geh einkaufen…!





8 Kommentare zu “Unser Land braucht dich: Geh einkaufen!”
12-4-2008
den sonderfonds für den drogenrausch bestreiten die doch schon lange aus der portokasse…
und da hohe iq/eq werte ja k.o. kriterien für politische karrieren sind, erklären sich die aktuellen phantasmagorien doch fast wie von selbst…
gehn wer also einkaufen – vielleicht ergattern wir ja irgendwo noch politiker mit erhaltener hirnfunktion oder gar ein modell mit charakter ?!
Trackback: http://www.doc-sarah-schons.de/blog/?p=706
12-6-2008
und noch en trackback: http://www.doc-sarah-schons.de/blog/?p=726
12-7-2008
Gestern war ich tatsächlich einkaufen. Wie jeden Samstag. Gemüse, Obst, Reis, … Ansonsten bin ich wohl mit schuld daran, dass es mit Deutschland bergab geht. Weil ich überhaupt keine Lust dazu verspüre, meine Wohnung mit irgendwelchem Kram vollzupacken. Weil eine Jeans vor allem passen und gefallen muss. Und ich mein Selbstbewusstsein nicht davon abhängig mache, welches Label mir auf dem Hintern klebt.
Ja, ich weiss schon, so wird das nichts mit dem Aufschwung.
Zumindest so lange nicht, wie an den wirklichen Bedürfnissen vorbei gedacht wird.
Was fehlt, sind Querdenker in der Politik.
12-9-2008
Natürlich gehe ich einkaufen. Auf’m Bauernhof — frische Milch, selbstgemachter Käse, frisches Brot aus gestern gemahlenen Getreide. Seit ich dort einkaufe, schmeckt mir das Zeugs aus dem Supermarkt kaum noch. Und ich weiß, wo mein Geld landet — in der Region.
Es ist zwar schwierig, aber “made in China” kommt mir nur in Ausnahmefällen ins Haus.
12-9-2008
Guck… geht doch ;-)
12-10-2008
Die Politik in Deutschland macht es den privaten Konsumenten wie auch der Industrie in Deutschland auch nicht wirklich leicht in “deutsche Produkte” zu investieren bzw. diese zu kaufen.
Wenn immer mehr Firmen abwandern und im Ausland produzieren, Milch aus Polen eingeführt wird oder Rinderfleisch aus Argentinien kommt, bringt ein Einkaufsgutschein wenig. Da freuen sich die Nachbarländer und noch viel mehr China/Japan und Asien allgemein. Dorthin wird das Geld nämlich zu einem großen Teil fließen.
12-11-2008
Das ist ja gut, dass bei 80 Millionen Einwohnern immer der Rahmen dran schuld ist, dass das Bild scheiße ist.
12-19-2008
[...] ich zunehmend mit dem W-Wort terrorisiert. Und soll auch noch das andere W-Wort bedienen. Durch Einkaufen…. Here’s my revenge [...]
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