Gayromeo nervt User mit Werbung

Datum: 28.08.2008, veröffentlicht in Meinung, von Michael

Gayromeo, das ist das unumstößliche All-In-One-Paket für die schwule Community. Jedenfalls war es das bislang. Es ist das soziale Netzwerk in dem “Mann” sich virtuell trifft zu welchem Zwecke auf immer. Neue Freunde lassen sich dort genau so gut machen wie flüchtige sexuelle Kontakte oder langjährige Beziehungen auf die Spur setzen. Für den Urlaub gibt’s den unerschöpflichen Community-Guide und Bed-&-Breakfast-Angebote zu Hauf. Sogar die Aids-Hilfen sind als Health-Supporter vor Ort und hat sich dem schwulen Mann mal eine unbekannte Laus in den Pelz gesetzt, findet sich auch dazu Rat.

Gayromeo oder seitens seiner Besucher auch liebevoll “Die Blauen Seiten” genannt hatte auch immer eine Meinung. Das machte es sympathisch, denn man konnte immer erkennen, dass dieses Gayromeo nicht nur ein gutes Produkt einer gesichtslosen Firma ist, sondern von Männern gemacht wird, die aus der Community kommen. Basis-Accounts gab es immer und für jeden kostenfrei. Unaufdringlich gab es natürlich immer den nachvollziehbaren Wunsch, auf einen wirklich bezahlbaren Plus-Account zu wechseln. Und die allermeisten Menschen, die jedenfalls ich in und über dieses Portal kenne oder kennen gelernt habe, machen das auch. Denn das vielleicht dickste Pfund von Gayromeo war immer, dass es frei von nervtötender und den User gängelnder Werbung war.

“Nein, im Ernst: Geld ist notwendig, um die Server, den Support und überhaupt den ganzen Betrieb zu bezahlen. Geld garantiert auch Entwicklung, Zukunft und vor allem Unabhängigkeit. Und diese Unabhängigkeit ist wichtig: wir müssen nicht unterwürfig vor Werbekunden kuschen und sie erst um Erlaubnis bitten, ob ihnen eine Neuerung genehm ist.” (Gayromeo über “Cash in die Täsch”)

Die werbefreien Zeiten sind rum. Gayromeo experimentiert seit gestern mit Werbeplatzierungen. Das macht – jedenfalls mich – etwas angebrannt, denn es ist eine dicke Scheibe, die Gayromeo von dem allgemeinen Gefühl “Gayromeo ist gut” abschneidet. Sicher ist natürlich, irgendwer muss die blaue Party bezahlen. Grafiker, Programmierer, Supporter wollen jeden Monat ein angemessenes Gehalt überwiesen bekommen. Server müssen gekauft werden und brauchen Strom und das ganze Ding läuft einfach nicht ohne professionelle Begleitung und Entwicklung. Gayromeo hat sich seit seiner Gründung 2002 ununterbrochen professionalisiert. Es wurden etliche Arbeitsplätze geschaffen. Das Portal blieb unabhängig und machte nicht den Eindruck, sich nur deswegen professionalisieren zu wollen, um sich selbst möglichst gewinnbringend an einen Investor veräußern zu wollen.

Auch wenn ich nicht glaube, dass ein solches in der Internetwirtschaft gern genommenes Szenario unmittelbar bevor steht, bin ich dennoch gewarnt. Es scheint doch wohl so zu sein, dass Gayromeo künftig zunehmend die Party von Werbekunden bezahlen lassen will. Wenn man nun als gut im Markt platziertes Unternehmen eine solch riskante Entscheidung trifft… riskant deshalb, weil sich die Plus-Kunden zurecht leicht verarscht fühlen dürften, da sie nun nicht nur für das Portal, sondern zusätzlich noch für Werbebelästigung zahlen, muss damit leben können, dass Plus-User ihre Zahlungen einstellen. Und genau das mache ich nun.

Schade finde ich übrigens, dass eine gestern an den Gayromeo-Support abgesetzte Anfrage bislang unbeantwortet geblieben ist. Auch nicht gerade vertrauensbildend.

9 Kommentare zu “Gayromeo nervt User mit Werbung”


GayRomeo
8-28-2008

Da habe ich das auch gelesen.


Michael
8-28-2008

Ach, dann schreiben wir den Link doch mal richtig aus, diese Form der Werbung finde ich akzeptabel :-)

http://steffen030.wordpress.com/2008/08/28/gayromeo-nun-doch-mit-werbung/


sam
8-29-2008

hey, die tatsache, daß es es jetzt doch werbung bei gayromeo gibt, hat mich auch erstaunt; aber ich dachte mir schon immer, daß es ohne geld, bzw. dann geldgier ja kaum geht; außerdem war ich mir von anfang an bewußt, daß ich hier zwar kostenlose dienste nutze, die letztlich noch mit den escortsteiten die prostitution fördern; bzw. könnte man die “normalen” kostenfreien angebote von gr auch immer schon gesehen haben für ein sauberes image von gr, um mittels prostitutionsvermittlung auf den escortseiten geld zu verdienen; da ist der neue schritt hin zur werbung nur naheliegend.


Steffen030
8-30-2008

Danke fuer die NETTE Werbung *grins* … soweit meine Meinung dazu


Frank
11-8-2008

die bei gayromeo können einem ja so leid tun. schaut euch mal deren bilanz über ebundesanzeiger.de an und dann fragt mal, was die mit den millionen machen?


Claude
2-10-2009

Gayromeo beschimpft seit neustem seine Mitglieder als Faker und droht mit rechtlichen Schritten. Ich weiss nicht, aber langsam habe ich das Gefühl, das die zuviel Kiffen oder Poppers konsumieren im Support oder schlicht einfach Kohle wohlen. Ich habe mich abgemeldet dort, so eine Seite brauche ich nicht, das gibts auch andere Möglichkeiten und die wirklichen Faker werden auch weiterhin auf gayromeo sein.


Blacky
4-17-2009

Was du da erzähltst ist Müll, als Plus-User kannst die Werbung abschalten. Zudem ist die Werbung eher informativ denn störend ^^


Michael
4-17-2009

@Blacky: Jetzt können User die Werbung abschalten. Das wurde allerdings erst nach einer Handvoll Protesten wie dieser bei GR nachgeschoben.

Und na klar: Werbung ist ja informativ, wenn man möglicherweise selbst Bestandteil dieser Industrie ist, sollte man schon an das glauben, was man da produziert.


Ronny
1-4-2010

Gayromeo ist wohl eines der ältesten Systeme die es gibt. Keine Abwechslung, viele Faker und null Support. Ich habe eine Seite entdeckt die es den blauen Seiten richtig schwer machen wird zu konkurieren. Und das auch in der Basisversion völlig kostenlos. www.***.com ist, wie ich finde eine tolle Geschichte.
Endlich bekommt dieser Schwachmatenhaufen in Holland mal Konkurenz. F*** gibt es zwar erst seit dem 01.01.2010 aber die Jungs haben jetzt schon über 200 Anmeldungen. Klasse Leistung. Macht weiter so.

…und Blöd-TV-Werbung ist hier unerwünscht, deshalb musste ich hier leider mal etwas den Rotstift ansetzen. Versehentlich sind mir dabei leider alle Links vom Tisch gerutscht… I’m so sorry…

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