Weg isser…

von Michael

Nun gut… ich bin ein ein bisschen verständnisvoller Mensch und habe auch ein bisschen Verständnis dafür, dass wenn ein Mensch ablebt, das direkte Umfeld einen gewissen Anspruch auf private zur Not auch öffentliche Trauer hat… bitte sehr… kann sich jeder nehmen, nehme ich für mich auch in Anspruch.

Aber…! Wenn der Oberbürgermeister einer Großstadt wegen Ablebens abtritt und das im Amt. Weil er bis zuletzt am Sessel klebte und sein Ableben öffentlich zu Markte trug, ist es dann angemessen, wenn die Stadt, der er vorstand, sämtliche Tagungen und Seminare absagt, die so oder so, ob nun OB tot oder nicht, nichts mit jenem zu tun hatten? Ich finde nein! Ich finde es eine ungeheure Verschwendung von Ressourcen, Steuergeldern, Arbeitsstunden, Aufwendungen, Honororen, die bei so kurzfristiger Absage dennoch gezahlt werden müssen. Als Betroffener einer solchen Veranstaltungsabsage, die für kommende Woche unmittelbar bevorstand, sind mir heute glatt die Nähte meiner Perrücke aufgeplatzt… vor Wut. Ein wirklich nicht besonders beliebter Zeitgenosse tritt ab und Düsseldorf benimmt sich wie Klein-Kleckersdorf und ordnet quasi Staatstrauer an. Wie gut, dass die Stadt schuldenfrei ist, dann kann man sich solcherlei Mittelverbrennung offenbar leisten. So, nu isser also weg, die Tagung, die so unglaublich viel Aufwand gekostet hat auch… verschoben auf irgendwann im August… mal gucken, was dann so ansteht *knirsch*

Und noch was: Was mir nicht in den Kopf will ist die Frage, was machen die ganzen Heerscharen von Beamten jetzt? Müssen die alle die Beerdigung vorbereiten? Persönlich Streuselkuchen backen im heimischen Herd? Oder sitzen die jetzt alle mit Stange Tempos auf den Ämtern? Ich finde das alles so unverständlich, dass es mich schon nicht mehr wundern würde, wenn die Stadtwerke, die ja irgendwie auch noch zur Stadt gehören, bekannt geben würden, dass sie wegen immenser Trauer leider die Lieferung von Strom und Gas einstellen müssten.