Plätschern oder Spritzen…
So, es ist ja wieder Gartenzeit ausgebrochen, die bekanntermaßen mit vielerlei Abenteuern einhergeht, mit welchen sich normale Menschen, also die mit Balkon gar nicht beschäftigen müssen. Wie dem auch sei, ein paar Tage Wärme und die trübe Brühe im Teich verwandelt sich in eine fiese Stinkmorchel. Jaja, ein Prickel der Sauerstoff zuführt ist immer drin, aber das Wasser muss bewegt werden. Besonders durch den unterwasserischen Filter. Das ist das einzige was hilft.
Letztes Wochenende gesagt getan. Beim Kontakt mit feinstem Atomstrom sprang das olle Wasserwerk auch fröhlich wieder an, allerdings kam da ein Druck rausgeschossen, dass es mir erstmal die Kiesel von der Grotte gefegt hat und einen Bitterling im Ansaugstutzen bis aufs Jäckchen innerlich ausgesogen hat. Gut, hab ich gedacht, da sitzt irgendwo was in den Leitungen. Hab das defizile Stück Technik zerlegt auf der Suche nach gematschten Kröten oder anderer Biomasse. Allerdings, meine Suche blieb ergebnislos. Bei Inbetriebsnahme kam wieder Druck wie aus einem Feuerwehrschlauch. Der Geduldsfaden riss und das Wasserwerk wurde vorläufig beurlaubt.
Heute wieder im Garten und die Feststellung, das Problem erledigt sich nicht von selbst. Also alles auf Anfang und das Spiel begann von vorn. Immer noch zuviel Druck, wieder fegte es die Kiesel von der Grotte, die daraufhin schon ganz nackig war und ihre gänzlich unnatürlichen Plastik- und Zementinnereien zeigte. Stecker rein, Stecker raus, Stecker rein, raus… der Druck blieb. Die Pumpe von innen sauber, ja geleckt und poliert geradezu.
Nun, dann kam der Punkt, an dem ich mich vor die Pumpe setzte und sie intensiv böse anglotzte, in der Hoffnung, sie möge erweichen und wieder genauso fröhlich plätschern wie im vergangenen Jahr. Bei der Gelegenheit bliebt mein Blick an einer Plastikschraube kleben, die direkt unterhalb des Ansaugeinlasses angebracht ist. Ich fragte mich, wofür diese Schraube wohl ist und bewaffnete mich todesmutig mit einem Schraubenzieher und drehte ein bisschen daran und oh Wunder, das zügellose Gespritze mit entsprechender Geräuschkulisse über den halben Teich reduzierte sich auf ein mildes Plätschern, genau so wie es das ganze vergange Jahr milde geplätschert hatte. Lieblich…
Die Frage allerdings ist nun, welche wundersamen magischen Kräfte die bisher gänzlich unbekannte Justierschraube den Winter über bewegt haben. In Verdacht hatte ich ja meine Mitgartenzwergin, die gerne mal an den unmöglichsten Stellen Moos rauskratzt und wenn sie könnte, sicher den Garten saugen würde oder den Teich von innen auswaschen. Aber sie bestritt. Wir haben uns dann beim Tässchen Limbobier am Teich heute abend darauf verständigt, dass es ganz zwingend so gewesen sein musste, dass die bösen Kröten sich im Winter im Styropor gedämmten Schuppen vergnügt haben und wohl versehentlich mit dem Daumennagel an die Stellschraube gekommen sein müssen. Ja, genau so wird’s gewesen sein ;-)




3 Kommentare zu “Plätschern oder Spritzen…”
5-8-2008
ach was – das war der unheilige geist, der auch bei mir in der praxis des öfteren zu verhexungen aller art führt… bleibt entspannt und freut euch auf die künftige mitleidende in eigenem garten… wenn ich umgezogen bin, leg ich mir auch einen teich an nämlich….
5-8-2008
Ja, Sarah, wenn ich ansonsten auch vor wenig Dingen weg laufe, aber einen Teich mache ich nicht nochmal. Hab ich schon gesagt, geht der Teich kaputt, dann wird das Loch mit einer schönen Schüppe Mutterboden aufgefüllt und Wiese ausgesät. :-)
5-9-2008
jaja, micha-el, ich seh den wink mit dem brückenpfeiler.. ;-) – aber als erfahrene aquarianerin hab ich große lust auf einen teich… ich werd mich auch niemalsnichtnie bei dir ausheulen darüber – versprochen… :-)
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