Songbird: Neues aus dem Untergrund

OpenSource hat die Welt der Computer verändert. OpenSource ist die Antwort auf Monopole und Quasi-Monopole und es ist ein Motor für Innovation. Scheinbar zementierte Märkte und deren Verteilung wurden in der Vergangenheit aufgebrochen. Man denke an den erfolgreichen Browser Firefox, der in Europa mittlerweile einen Marktanteil von über 20 Prozent hält oder die Büro-Suite OpenOffice. Selbst die Software, mit der dieses und viele tausende anderer Blogs betrieben wird, ist OpenSource.
Aus dem Untergrund der OpenSource-Szene wächst ein neues Küken. Es nennt sich Songbird und kommt aus dem Hause Mozilla, welches uns schon so geniale, weil modulare Produkte wie Firefox, Thunderbird, Camino und Sunbird gebracht hat. Das neue Küken erschien gestern in der Version 0.5, was zugegebenermaßen noch eine Beta-Version ist, sicher noch ein bisschen buggy und noch nicht wirklich für den bugfreien Dauerbetrieb geeignet, aber es wird der neue Star am Himmel der Musikplayer mit Downloadangebot werden. Vom Look & Feel und vom Handling zielt Songbird genau auf den klassischen iTunes-Nutzer. Und wenn ich in meinem Kaffeesatz lese, wird der iTunes-Nutzer das Küken gerne nehmen.
Songbird wird uns mit seinem modularen Aufbau, der Anpassung der Nutzer-Bedürfnisse durch Plugins und die Vielfalt der möglichen webbasierten Music-Stores eine wundervolle DRM-freie Zukunft bescheren. Vielfalt schafft Konkurrenz und Konkurrenz wird den Leidensdruck der Musikindustrie zurecht erhöhen, die sich so lange… viel zu lange dem Internetmarkt verschlossen hat. iTunes war der Türöffner und hat mit dem iTunes Music Store überhaupt erst einen Markt für downloadbare Musik geschaffen. Nun, da es den Markt gibt, der von Jahr zu Jahr erfolgreicher wird, fehlt Vielfalt und Offenheit.
Das verspricht Songbird, wenn es denn dem Nest in einiger Zeit entwachsen und flügge geworden ist, zu werden. iTunes und andere Closed Shops werden Marktanteile verlieren oder sich dem Motor der Innovation unterwerfen. Kein Markt ist für immer und alle Zeit gewonnen. Zu dieser Erkenntnis ist die Musikindustrie in langen, schmerzhaften Jahren der Marktschrumpfung gekommen, iTunes hat diesen Weg noch vor sich. Wir werden uns alle schnell daran gewöhnen, dass man nicht mehr das ganze Angebot in einem Shop vorfindet, aber die große bunte Palette in vielen und am dankbarsten werden wir dafür sein, dass künftig täglich mehr Künstler erkennen, dass es der geldverbrennenden Musikindustrie immer weniger bedarf.
Ja, genau so stand es in meinem Kaffeesatz von heute ganz aktuell und wie wir alle wissen, hat Kaffeesatz ja immer recht ;-)





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