Mmmh…

von Michael

So…, ein türkischer Ministerpräsident auf Staatsbesuch in Deutschland: Die Einrichtung türkischer Schulen und Universitäten sei also überfällig… mmh… und sicher, die Türkei würde selbstverständlich Lehrer entsenden… mmh… und heute wie ein Popstar in der KölnArena vor 20.000 Türken wie der Spiegel kolportiert. Zu viel Integration sei also nicht gut, und klar jeder hätte einen Anspruch auf seine “Muttersprache”, womit der Popstar …logo… türkisch meinte… mmh … und natürlich gehöre die Türkei zu Europa, weil fünf Millionen ja schon da sein, und man “müsse den Weg zuende bringen” …mmh, mmh, mmh.

Also ehrlich gesagt, hört sich das für mich eher ziemlich daneben an. Was meint Herr Erdogan eigentlich mit Muttersprache? Also ich verstehe unter Muttersprache nicht die Sprache, die zufällig von der Mutter gesprochen wird, sondern die Sprache des Mutterlandes und das ist bei einem türkischstämmigen in Deutschland geborenen Kind jawohl bitteschön nicht türkisch. Und was bitteschön soll es denn heißen, dass zu viel Integration nicht gut ist? Mmmh? Heißt das etwa, dass man den nationalen Unterschied über Generationen hinweg immer deutlich spüren soll? Warum? Wozu ist das gut? Sind diejenigen, die den deutschen Pass in der Tasche tragen nicht in erste Linie Deutsche? Dieser unsägliche Besuch lässt für meinen Geschmack deutlich zu viele Fragezeichen zurück.

Herr Erdogan hätte die einmalige Chance gehabt, zur Integration aufzurufen, mitzuteilen, dass sich zu integrieren in die Gesellschaft, in der man leben möchte nicht zwingend heißt, die alte Heimat zu vergessen. Letztlich hat er das Gegenteil gemacht. Man stelle sich doch bitte Angela Merkel in einem Fußballstadion in Palma de Mallorca vor, in welchem sie ihre deutschen Landsleute aufruft, sich nicht zu weit in die aufnehmende Gesellschaft zu integrieren. Die Protestnoten aus Madrid würden die Faxe im Kanzleramt heiß laufen lassen und das zurecht! Also bitte, Herr Erdogan, wenn Sie eine Show abziehen wollen, dann machen Sie das doch bitte mit etwas mehr diplomatischen Geschick oder am besten direkt in einer ihrer eigenen Arenen. Da gäbe es dann bestimmt auch weniger Protestnoten.