NOkia: Verarsching People
von Michael
Nun gut, wieder ein Produkt, welches getrost von der Einkaufsliste gestrichen werden kann. Wenn das in der Geschwindigkeit weiter geht, kann ich bald in den Wald ziehen.
Nur zum Verständnis, worüber wir wirklich reden…. Gut…, 2.000 wegfallende Arbeitsplätze sind schlimm, aber die Wirtschaft hat sich erholt… sie werden unterkommen, ein bisschen Flexibilität und die Bereitschaft für deutlich weniger Kohle dafür deutlich mehr am Arsch der Welt zu arbeiten… wir kennen die Debatten. Brauche ich an dieser Stelle nicht zu wiederholen.
Was ich viel schlimmer finde ist, dass diese Firma es geschafft hat in kollegialer Kooperation mit unserer Landesregierung während der Standorttreuefrist von nur fünf Jahren 88 Millionen Euro in den Gulli zu kippen. Wohlgemerkt 88 Millionen aus Steuergeldern! Wenn man diese Wahnsinns-Summe umbricht, kommt man auf satte 17.600.000 Euronen per anno oder 48.219,18 Euro täglich.
Hat das jetzt jeder mitbekommen? Der dumme deutsche Michel hat diese Verbrecherfirma also jeden Tag ihrer kurzzeitigen Anwesenheit in Bochum mit über 48.000 Euro finanziert. Und wir reden hier ja jetzt nicht von einem notleidenden Unternehmen! Also, Freunde der mobilen Quatscherei… wer seine künftigen Kaufentscheidungen nicht auch von dem arschigen Verhalten dieser Firma abhängig macht, wird sofort abgeschoben, ausgewiesen… und zwar geht die Reise direkt nach Cluj… watt? Kennste nicht… Ist sicher toll in Rumänien!
tja, wir leben halt in einer demokratur…
Nokia macht alles wie gewollt: Die Merkels, Schröders, Fischers und Westerwellen dieser Republik verteidigen permanent diese unbedingt notwendigen finanziellen Abwägungen von Firmen. Das Prinzip der "freiwilligen Verpflichtung" hat in den letzten Jahrzehnten nie geklappt (auch bei ganz anderen Verpflichtung, wie zum Beispiel den zehn Jahren zur Einführung eines Dosenpfands oder den Ende der 80er ausgehandelten Senkungen vom Emissionen in die Umwelt).
"Geht es den Firmen gut, geht es auch dem Land gut." Das Mantra vom "Aufschwung" rechtfertigt alles, sofern nur irgendwie sicher gestellt ist, dass finanziell ja nichts bei denen ankommt, die die Arbeit wirklich erledigen. Egal, ob es um verneinte Lohnanpassungen geht (selbst wenn ein Unternehmen horrende Gewinne einfährt) oder eine medienwirksam eingesetzte Senkung der Lohnabgaben um ganze 0,9 Prozent bei gleichzeitigem Durchführen einer Senkung der Körperschaftssteuer (Belastung für Kapitalgesellschaften) um satte 10 Prozent.
Nokia ist in 14 Tagen vergessen und in drei-vier Monaten wird Frau Merkel mit einem anderen Unternehmen einen Grundstein in den Sand setzen und die enstehenden Arbeitsplätze feiern. Natürlich ohne dabei zu erwähnen, dass die Förderungen ausreichen würden, jedem einzelnen der neu eingestellten Mitarbeitern monatlich für viele Jahre ein dreifaches Gehalt zum auf den Kopf hauen auszuzahlen, ganz ohne Arbeit und neue Firma.
Nokia macht genau das, was die Politiker permanent predigen, also ärgert mich auch weniger dieses Unternehmen (es ist ja auch nicht das erste und sicher auch nicht das letzte Unternehmen, das sich genau so verhält). Mich ärgern die Politiker, die sich heute empören und morgen den nächsten Deal mit irgendeiner Lobby ausmachen.